Klimafitte Jagd


Der Begriff „klimafitte Jagd“ bezieht sich auf Strategien, Praktiken und Anpassungen in der Jagd, die den Herausforderungen des Klimawandels Rechnung tragen. Es geht dabei nicht nur um den Schutz der Jagdtiere, sondern auch um die Nachhaltigkeit des Ökosystems und die Sicherstellung der Jagd auf lange Sicht.


1. Anpassung an veränderte Lebensräume:

Der Klimawandel verändert Vegetation, Wasserverfügbarkeit und Tierverhalten. Jäger:innen müssen ihre Jagdmethoden und -zeiten an diese Veränderungen anpassen.

2. Tierbestandmanagement:
Manche Tierarten reagieren empfindlich auf Temperatur- und Wetteränderungen. Klimafitte Jagd setzt auf flexible Regulierung des Bestands, um Überpopulation oder Artenverlust zu vermeiden.

3. Förderung der Biodiversität:
Durch das Anlegen klimastabiler Lebensräume, Hecken oder Wasserstellen können Jäger:innen das Ökosystem stärken und die Tiere widerstandsfähiger gegen Klimastress machen.

4. Nachhaltigkeit:
Klimafitte Jagd bedeutet auch nachhaltige Nutzung von Wildfleisch und Ressourcen, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

5. Frühwarnsysteme und Monitoring:
Beobachtung von Wildpopulationen, Krankheiten (z. B. Zecken, Wildtierkrankheiten) und Umweltveränderungen, um frühzeitig reagieren zu können.

Maßnahmen, die Jäger:innen heute bereits umsetzen, um ihre Jagd klimafit zu gestalten:

1. Anpassung der Wildbestände

  • Flexible Abschusspläne: Abschüsse werden an veränderte Populationsdynamiken angepasst, z. B. bei Wildschweinen oder Rehen, deren Verbreitung sich durch mildere Winter verändert.
  • Förderung standortgerechter Arten: Arten, die an lokale Klimabedingungen angepasst sind, werden gezielt geschützt oder gefördert. 


2. Schaffung klimastabiler Lebensräume

  • Anlegen von Hecken und Feldgehölzen: Diese bieten Schatten, Schutz vor Hitze und Rückzugsräume.
  • Anlegen von Wasserstellen: Auch kleine Teiche oder Tränken helfen Wildtieren in trockenen Sommern.
  • Vielfältige Nahrungspflanzen: Wildpflanzen oder Saaten, die auch bei Trockenheit Nahrung bieten. 


3. Monitoring und Datenerhebung

  • Wildtierbeobachtung: Regelmäßige Zählungen, um Bestände im Auge zu behalten.
  • Krankheitsüberwachung: Zecken, Parasiten und Wildtierkrankheiten werden beobachtet, da warme Temperaturen deren Ausbreitung begünstigen.
  • Digitalisierung: Apps und GPS-Tracking helfen, Wildbewegungen und Lebensraumveränderungen zu dokumentieren. 


4. Anpassung von Jagdmethoden

  • Flexible Jagdzeiten: z. B. Anpassung an veränderte Aktivitätszeiten der Tiere bei warmen Temperaturen.
  • Schonung bestimmter Lebensräume: Bereiche werden temporär tabu für die Jagd, um Wildstress zu vermeiden. 


5. Nachhaltigkeit

  • Wildbret-Nutzung: Das Fleisch von geschossenen Tieren wird konsequent genutzt, um Ressourcen zu schonen.
  • Vermeidung von Umweltbelastungen: Einsatz umweltfreundlicher Munition, Verzicht auf invasive Arten in Hegeflächen. 


6. Zusammenarbeit und Bildung

  • Kooperation mit Naturschutzbehörden: Austausch über Bestände, Klimawandel-Folgen und Maßnahmen.
  • Fortbildungen: Seminare zu Klimawandel, Biodiversität und Wildtierökologie.

 Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms KEM und KLAR durchgeführt.